27. Juli 2018 - 15. August 2018
20 Tage Rhythmus - 20 Tage Groove - Kurs für Fortgeschrittene und professionelle Musiker/innen im Piemont, Norditalien,
Beschreibung
"The other side of this" (A. Moreira) "Wenn eine Musik groovt treten Musiker in eine kraftvolle rhythmische Beziehung zueinander. Wer groovt befindet sich bereits im Modus der Kommunikation. Deshalb ist ein guter Groove lebendiger Ausdruck von gelungener musikalisch-rhythmischer Gemeinschaft. Er schafft Geborgenheit, musikalisch, rhythmisch, menschlich, kulturell. Wenn wir uns im gleichen Zeitgefühl, im gleichen Rhythmus befinden wie die anderen, im Groove, wie man in der Musik sagt, so stellen wir einen Rapport her der das rein verbale in die körperliche Dimension überschreitet." Christopher Dell (Vibraphonist) Um was es in diesem Kurs geht: Wir werden westafrikanische Djembémusik, brasilianische Kultmusik (Candomblé), Berimbaogrooves, Krin-Rhythmen, kubanische Congamusik und ugandische Amadindamusik lernen. Des Weiteren werden wir uns ganz besonders der Wirkung widmen, die wir zusammen mit dem enormen Potenzial dieser Musik zur Entfaltung bringen können. Nicht zuletzt wird es aber auch darum gehen mit Hilfe dieser Rhythmen zu der inneren Quelle in unserer Persönlichkeit vorzustoßen, aus der die Musik sprudelt, und die zur Entfaltung drängt. Musik und Bewusstsein: Musik ist eine der zentralsten Ausdrucksformen der Menschheit. Zusammen mit Tanz war sie bereits etabliert lange bevor sich Sprache etabliert hat. Musik kommt daher aus einer sehr alten Schicht unseres Bewusstseins, die viele Wissenschaftler magisch nennen. Ihr folgt das mythische und schließlich das mentale Bewusstsein. Das mentale Bewusstsein setzte mit der griechischen Hochkultur ein und hat sich bei uns in Mitteleuropa mit dem rationalen Denken erst vor einigen hundert Jahren endgültig durchgesetzt. In dieser Zeit etablierte sich in der Musik in Folge dieser Denkstruktur auch das metrische Denken mit seinen diversen Konsequenzen. Das rationale Denken ist für den musikalischen Ausdruck aber nur sehr bedingt nützlich. In unserer Kultur hat diese Form der Wahrnehmung und des Denkens aber eine solche Dominanz angenommen, dass sich mancher Musiker überhaupt nicht vorstellen kann, mit einer anderen Form des Bewusstseins als der des rationalen Denkens Musik zu machen. Auf der anderen Seite gibt es eine unüberschaubare Anzahl von Musikern, für die es Gang und Gäbe ist, aus nicht rationalen Wahrnehmungsstrukturen heraus zu musizieren, ohne dass sie jemals einen Satz über diese Form von Wahrnehmung verlieren. Diese Musiker sind in allen Genres der Musik zu finden. John Coltrane, Miles Davis, Johnny Cash, Jimi Hendrix, Jaki Liebezeit, Nippy Noya, Christopher Dell, Gidon Kremer, … um nur einige ganz wenige unsystematisch zu nennen. Sie alle knüpfen an sehr alte Wahrnehmungsstrukturen an, die wir nicht verloren haben, sondern die in unserem Bewusstsein im Allgemeinen lediglich nicht mehr dominant sind. Diese Bewusstseinsbereiche korrelieren mit bestimmten musikalischen Strukturen. So, wie jedes Zeitalter auf unsere Erde entsprechend dem vorherrschenden Bewusstsein Musik hervorbringt, die eben diesem Bewusstsein entspricht, so ist es umgekehrt möglich durch das Spielen entsprechender musikalischen Gattungen diese Bewusstseinsstrukturen zu aktivieren. Unser Alltagsbewusstsein integriert in der Regel ja nicht alle Wahrnehmungsmöglichkeiten gleichermaßen. Musik kann uns auf diese Weise unbekanntes oder wenig genutztes Terrain erschließen zu dem wir unter alltäglichen Bedingungen nur schwerlich Zugang finden. Dieses Eintauchen in nicht alltägliche Wahrnehmungsstrukturen liefert einen immensen Zuwachs an Informationen auf die man zugreifen und sie kreativ vernetzen kann. Sowohl musikalisch als auch persönlich eröffnen sich neue Strukturen. Die Erfahrung in diesem Bereich zeichnet sich durch eine besondere Tiefe und Dichte aus. Ein Kursteilnehmer bezeichnete das so erfahrene als "unverlierbar". Groove: Das Wort „Groove“ weist auf diese Quelle der Musik hin. Wir neigen dazu, Groove als Leistung aufzufassen. Eigentlich ist Groove aber ein Resultat, das von einer bestimmten Geisteshaltung herrührt. Mit dieser Haltung, die eine bestimmte Wahrnehmungsstruktur nach sich zieht bzw. zur Voraussetzung hat, werden wir uns sehr intensiv auseinandersetzen. Wir werden in der uns bekannten Percussionsmusik Strukturen entdecken, die uns zur Verfügung stehen, ohne das rationale Denken zu beanspruchen, und wir werden lernen, wie man sich sicher in diesem Gebiet der Wahrnehmung bewegt, um mit Musik umzugehen und ihren gesamten Reichtum zur Wirkung zu bringen. Musikalisch bedeutet das, einen gewaltigen Schritt in einen Bereich zu tun, den wir uns durch konzentriertes Üben allein nicht erschließen können. Es eröffnet sich ein Zugang zur Tiefenstruktur der Rhythmen, die das nur kognitive Erfassen dieser Musik deutlich übersteigt. Das Verständnis für innere Zusammenhänge in der Musik wächst und damit die Fähigkeit zu grooven. Genau genommen ist Groove eine innere kommunikative Erlebnisstruktur, die in der Musik ihren Ausdruck findet. Groove ist ein Beziehungsgeflecht, sowohl musikalisch als auch mitmenschlich. Durch diese Erfahrung profitieren wir gleichermaßen für uns selber, für unser Spiel in Gruppen bis hin zum Vortrag auf der Bühne. Die konkreten Kursinhalte: Konkret werden wir uns vor allem Rhythmen mit sehr alten Strukturen zuwenden, die diesbezüglich das gesamte Potenzial beinhalten. Sowohl die Art und Weise sie zu üben als auch die Auswahl der konkreten Patterns wird die Kursstruktur bestimmen. Besonders das gemeinsame Spielen in einer konstanten Gruppe multipliziert das enorme Potenzial, das dieser Musik innewohnt. Musikalische und nichtmusikalische Erfahrungen gehen hier Hand in Hand. Das Einsetzen dieser Erfahrungen kann zwar nicht "automatisiert" werden. Es gibt aber eine Reihe von Voraussetzungen, die das Umfeld dafür bereiten. Eine besondere Chance in diesem Kurs wird die Dauer von 20 Tagen sein. Manche Erfahrungen benötigen das beharrliche Verweilen in der pulsierenden Welt der Rhythmen über etliche Tage, damit wir sie zur Wirkung bringen können. Neben dem täglichen ausgiebigen Musizieren werden wir Übungen machen, die diese Wahrnehmungsstrukturen von einer nicht musikalischen Seite her beleuchten. Wir beschäftigen uns z.B. mit wiederkehrenden und sehr einfachen Übungen in der Natur, mit den verschiedenen (musikalischen) Wahrnehmungszentren unseres „Selbst“, mit alten überlieferten Trancehaltungen und verschiedenen anderen Techniken zur Fokussierung des Bewusstseins. Auf diese Weise schaffen wir uns einen umfassenden Zugang zu dieser Art der Wahrnehmung, lernen darin zu navigieren und bei Bedarf dorthin zurückzufinden. Wir werden uns sowohl mit veränderten Wachbewusstseinszuständen auseinandersetzen als auch mit musikalischen Strukturen, die uns durch die schnellen und pulsierenden Rhythmen hindurch zum stillen Zentrum in uns leiten können. Es kann möglich sein, sehr offen, sensibel und empfänglich sowohl gegenüber musikalischen als auch außermusikalischen Ereignissen zu werden. Es können sich ähnelnde Veränderungen von statten gehen, die rückwirkend wieder in unsere Alltagserfahrung hineinreichen und uns eine veränderte, reichere Sicht unserer Realität vermitteln können. Das Gehör beispielsweise kann innerhalb dieser Tage eine große rhythmische Klarheit bekommen, ebenso die Wahrnehmung des eigenen „Ich“ mit den Umständen, die es geformt haben und die Verhaltensweisen, die daraus resultieren. Die Möglichkeit, mit einer überschaubaren Zahl von Mitmusiker/innen sich diesem weiten Feld der Rhythmen auszusetzen, eingebettet in alltägliche Dinge wie Lagerfeuer, Ausspannen oder gemeinsames Kochen ist ungewöhnlich. Voraussetzungen zur Teilnahme: Das Kursniveau orientiert sich an dem der Djembé-Pur-Fortbildungen. Personen, die eine solche Fortbildung bei Herman Kathan belegt oder bereits abgeschlossen haben, haben sehr gute Voraussetzungen für diesen Workshop. Vergleichbare Fortbildungen bei anderen Percussionisten sind ebenfalls eine gute Basis um an diesem 20-tägigen Kurs teilzunehmen. Eine begrenzte Anzahl von Personen, die dieses Niveau in ihrer Musik noch nicht realisieren ist im Kurs ebenfalls willkommen. Die Voraussetzung für die Teilnahme wäre in diesem Fall ein fortgeschrittenes Niveau auf einer Handtrommel und der erfahrene Umgang mit Rhythmus. Je mehr Zeit und Energie bereits in die Auseinandersetzung mit percussiver Musik investiert wurde, umso besser sind die Voraussetzungen für dieses Projekt. Konkret soll jeder Teilnehmer/in in der Lage sein, während dem eigenen Spiel auf der Trommel andere Patterns von anderen Mitmusikern aktiv zu verfolgen und seine eigenen Figuren danach auszurichten. Man soll in der Lage sein, seine rhythmischen Figuren ohne Beachtung des Beats in die gemeinsame Pulsation aller Stimmen einzufügen. Einschlägige Erfahrungen mit dem Basstrommelkonzept Westafrikas sind notwendig. In jedem Fall ist Interesse an inneren musikalischen und persönlichen Strukturen notwendig und der Wunsch, diese in den Kontext einer aktiven Gruppe zu stellen. Es ist durchaus möglich und willkommen, dass mit den musikalischen auch persönliche Prozesse in Gang kommen, die sich gegenseitig bedingen können. Dafür sollten Teilnehmer/innen ein offenes Ohr haben. Während des Kurses werden wir nach Bedürfnislage der Teilnehmer/innen einen halben oder einen ganzen Tag frei machen. Weitere Auskünfte können gerne per Mail oder telefonisch erfragt werden.
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Zusätzliche Informationen
  • Für 15 Personen
  • Zeitraum: 20 Tage
  • Dozenten: Herman Kathan
  • Nötige Qualifikation: Fortgeschrittene
  • Gebühr: 1.330,00 €
  • Kosten Verpflegung/ Übernachtung:
    200,00 €
  • Telefon: 07964-300034
  • Website: kathan-zauberhaus.de/20-tage.htm
Adresse
Cassinasco
Italien / Piemont
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