01. Juli 2018 - 01. Juli 2018
Rudimental Codex - Gelebtes Erbe europäischer Musiziertradition
Beschreibung
Vortrag, Konzert und Diskussionsrunde Sonntag, 1. Juli 2018, 11 Uhr Konzertsaal, Städtische Musikschule Trommeln gehören in allen von Menschen besiedelten Regionen der Welt zu den ältesten Instrumenten überhaupt. Sie wurden sowohl für kultisch-religiöse Zwecke als auch zur Unterhaltung eingesetzt und werden es noch heute teilweise in sehr ursprünglicher Form und Tradition (beispielsweise Westafrika). In Zentraleuropa kann man feststellen, dass die Trommel als Militärinstrument spätestens seit dem Mittelalter eine hohe Bedeutung erlangt hat und sowohl zu Präsentations- als auch zu Kommunikationszwecken eingesetzt wurde. Das genaue Erlernen der trommlerischen Ausdrucksweisen hatte strategische Bedeutung und wurde im militärischen Ausbildungszusammenhang intensiv betrieben. Daraus haben sich die Techniken, die in der Klassik ins Symphonieorchester Einzug fanden, gespeist und dort wurde die Trommelkultur separat weiterentwickelt und verfeinert. Nach dem Export der mitteleuropäischen Trommelkulturen in die USA – vor allem im Zusammenhang mit dem amerikanischen Bürgerkrieg – erlebten sie dort eine neue Blütezeit und wurden zur Keimzelle der Drumset-Entwicklung, die dann in den USA vorangetrieben wurde und von dort ihren Siegeszug in die Musikstile der westlichen Welt im 20. Jahrhundert antrat. Der Fachverband der Schlagzeuger im deutschsprachigen Europa hat im Dezember 2017 unter dem Namen „Percussion Creativ rudimental Codex“ eine Sammlung von tradierten Rhythmen und Schlagfiguren veröffentlicht, die aus der Schweiz, Frankreich, Preußen und anderen wichtigen musikalischen Ursprungsländern in Europa stammen. Seit vielen Jahrzehnten wird die Didaktik und auch Methodik im Schlagzeug-, insbesondere Drumset-Unterricht, aus Nordamerika geprägt und dominiert. Etliche der ursprünglich aus Europa stammenden Trommel-Figuren wurden dort adaptiert, teilweise mit missverständlichen oder sogar falschen Namen etikettiert und die Herkunft nicht wirklich erläutert. Percussion Creativ e.V. hat sich intensiv um Quellenstudien bemüht. Präsident Claus Hessler und Robert Brenner als Leiter der Ausbildung der Militärmusik Schlagzeug bei der Deutschen Bundeswehr haben gemeinsam ursprüngliche Formen, Notations- und Spielweisen recherchiert und in heute übliche Notation übertragen. Vizepräsident Jörg Fabig erstellt derzeit methodisch-didaktische Umsetzungshilfen für den Unterricht mit Kindern und Jugendlichen. Mit einer Mischung aus Vortrag, Workshop und Präsentation in Konzertform möchte der Fachverband den Codex nun Fachkollegen, Studierenden und interessierten Trommlern präsentieren. Eintritt: frei Adresse Veranstaltungsort: Städtische Musikschule, Kochstraße 8, Aschaffenburg www.percussion-creativ.org
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Städtische Musikschule
Kochstrasse 8
63739 Aschaffenburg
Deutschland
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